www.proge.at

EU-Mercosur fördert Handel mit hochgefährlichen Pestiziden

Neue Broschüre veröffentlicht - Anders Handeln: Österreich muss bei Nein bleiben
Kranke Menschen, vergiftetes Wasser und kontaminierte Böden sind nur einige der Folgen des massiven Pestizideinsatzes in Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Doch das EU-Mercosur-Abkommen wird den Export von in der EU nicht zugelassenen Pestiziden in die Mercosur-Länder weiter antreiben. Das Abkommen schafft die Zölle für Pestizide in den Mercosur komplett ab, wodurch die Importe steigen werden. Profitieren werden davon große europäische Pestizidhersteller wie Bayer oder BASF.
 
Und auch europäische Verbraucher*innen sind betroffen. Das EU-Mercosur-Abkommen sieht vor, Lebensmittelkontrollen weiter abzubauen. Rückstände hochgefährlicher Pestizide könnten somit auf den Teller europäischer Verbraucher*innen landen. Dies zeigt ein neuer von mehreren deutschen NGOs zusammen mit der österreichischen Plattform "Anders Handeln“ herausgegebener „Reiseführer“ „EU-Mercosur – ein giftiges Ankommen“.*
 
Abkommen macht Heuchelei der EU sichtbar
 
„In der EU sind zahlreiche Pestizide aus gutem Grund nicht zugelassen. Sie stehen im Verdacht, Krebs zu erregen, Ungeborene sowie Organe zu schädigen. Den Export dieser hochgefährlichen Pestizide durch ein Handelsabkommen zu erleichtern, widerspricht allen europäischen Werten“, sagt Bettina Müller, Handelsreferentin bei PowerShift e.V. Alexandra Strickner von Attac Österreich erklärt: „Das Abkommen macht die Heuchelei der EU sichtbar: Für europäische Konzerne, deren Pestizide in der europäischen Landwirtschaft längst verboten sind, schafft man einen noch größeren Markt.“
 
Schon im Oktober soll das Abkommen dem EU-Rat übergeben werden, um den Ratifizierungsprozess einzuleiten. Die Plattform Anders Handeln fordert die österreichische Regierung daher auf bei ihrem Nein zum Abkommen zu bleiben. Österreich ist mit seinem Widerstand nicht alleine: Auch das wallonische und das niederländische Parlament lehnen das Abkommen ab, Frankreich und Irland haben angekündigt das Abkommen zu blockieren.
 
* Der Reiseführer „EU-Mercosur – ein giftiges Ankommen“ wird von PowerShift veröffentlicht und zusammen mit campact, Attac Deutschland, den Naturfreunden Deutschland, dem Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika, dem Forum Umwelt und Entwicklung sowie der Plattform Anders Handeln Österreich herausgegeben. 
 

Das könnte Sie auch interessieren

30.11.2021

Omikron bestätigt Forderung nach Patentfreigabe

WTO-Konferenz abgesagt: Entscheidung für Patentfreigabe kann trotzdem jederzeit getroffen werden
29.07.2021

Patente freigeben – Pandemie beenden

Europäische BürgerInnen-Initiative: Jede/r verdient Schutz vor Covid-19!
25.05.2021

Wimmer an Köstinger: Ausbeutung von ErntearbeiterInnen stoppen!

EU-Agrarsubventionen müssen endlich an die Einhaltung von ArbeitnehmerInnenrechten geknüpft werden
21.05.2021

Preisdumping bei Fleisch und Gemüse beenden

Staatliche Preisregulierungen und Abnehmergarantien anstatt Förderwahnsinn
19.05.2021

EU-Mercosur: Widerstand hält an

Zwischenerfolg: Abkommen wird im Handelsministerrat wieder scheitern
16.03.2021

Internationales Bündnis gegen Mercosur fordert Stopp des Paktes

Veraltetes Handelsmodell gefährdet Rechte von Arbeiter*innen und Lebensgrundlagen der Menschen
09.11.2020

EU-Mercosur-Abkommen verschoben

180 internationale ÖkonomInnen kritisieren EU-Nachhaltigkeitsanalyse des Abkommens
Newsletterauswahl

PRO-GE Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name

Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.