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Beschimpft, bedroht, geschlagen

Immer wieder erschüttern Berichte über Frauenmorde die Öffentlichkeit. Anfang Dezember wurde der 30. Frauenmord im Jahr 2021 vermeldet. "Eine erschütternde Bilanz, vor allem weil Frauenmorde nur die traurige Spitze des Eisberges sind", so Klaudia Frieben, Bundesfrauenvorsitzende der PRO-GE. Denn Gewalt gegen Frauen geschieht täglich, meist in den eigenen vier Wänden oder im nahen Umfeld. "Der gefährlichste Ort für Frauen ist das eigene Zuhause", bestätigt Frieben.
Klaudia Frieben, Bundesfrauenvorsitzende der PRO-GE und Vorsitzende des Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings
Klaudia Frieben Klaudia Frieben, Bundesfrauenvorsitzende der PRO-GE und Vorsitzende des Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings
Gewalt gegen Frauen in Zahlen
 
Laut europäischen Hochrechnungen ist mindestens 1 von 5 Frauen von häuslicher Gewalt betroffen. Mindestens 1 von 3 Frauen hat in ihrem Leben sexuelle Belästigung erlebt. Die Dunkelziffer wird weit höher geschätzt. Rund 90 Prozent der Gefährder sind männlich. Rund 90 Prozent der Verurteilten bei Gewaltverbrechen sind laut Statistik Austria in Österreich Männer. Nur die sexualisierte Gewalt betrachtet sind es sogar 98 Prozent. 2020 wurden 11.495 Betretungs- und Annäherungsverbote von der Polizei verhängt.
 
Gewalterfahrungen auch am Arbeitsplatz
 
Auch am Arbeitsplatz sind Frauen von Gewalt betroffen. 2020 waren rund sieben Prozent der Beschäftigten hierzulande von körperlicher Gewalt betroffen, acht Prozent wurden Zeugen davon. Sechs Prozent erlebten im Job bereits sexuelle Belästigung, vier Prozent sexuelle Übergriffe, wie eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer Oberösterreich im Juni 2021 ergab. Die Bandbreite an Gewalt reicht von Belästigung über Homeoffice-Tools bis hin zu Beschimpfungen durch Kunden, weil Angestellte sie etwa auf die Maskenpflicht aufmerksam machen. Treffen kann Gewalt am Arbeitsplatz grundsätzlich jeden. Seit Pandemie-Ausbruch sind aber besonders Branchen mit starkem Kundenkontakt betroffen aber auch Frauen vor allem von sexuellen Belästigungen oder Übergriffen, weil sie häufiger in unteren Hierarchieebenen arbeiten.
 
Podcast "Beschimpft, bedroht, geschlagen"
 

Wie gefährlich ist die Arbeitswelt für Frauen und was kann sie sicherer machen? Diese Fragen diskutieren Klaudia Frieben, Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft PRO-GE und Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings und Yvonne Rychly, stellvertretende Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft vida, im neuen ÖGB-Podcast.
 
 
Schauen wir nicht weg!
 
Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz kann jede/n betreffen! Schauen wir nicht weg! Vor allem BetriebsrätInnen haben hier eine wichtige Rolle, um Frauen vor sexueller Belästigung und Gewalt zu schützen und über das Gleichbehandlungsgesetz geltend zu machen. Die PRO-GE Frauen stehen hilfreich zur Seite und vermitteln zu den entsprechenden Stellen, um gegen jede Art von Diskriminierung in der Arbeitswelt vorzugehen.
 

Service für BetriebsrätInnen

Die PRO-GE Frauen informieren bereits seit vielen Jahren mit der Broschüre „Gewalt gegen Frauen – das Gewaltschutzgesetz“ BetriebsrätInnen und Betroffene über ihre Möglichkeiten und vor allem ihre Rechte. Die Broschüre kann in gedruckter Form – auch in größerer Anzahl für Betriebe – in der PRO-GE Bundesfrauenabteilung bestellt werden. Außerdem haben die PRO-GE Frauen eine Postkarte mit allen wichtigen Telefonnummern im Notfall aufgelegt. Auch sie kann in großer Anzahl zum Auflegen in Betrieben in der PRO-GE Bundesfrauenabteilung bestellt werden. Bestellungen per E-Mail an frauen@proge.at

Wichtige Nummern für den Notfall - rund um die Uhr!
 

Frauenhelpline 
0800 222 555

www.frauenhelpline.at

Männerinfo
0800 400 777
www.maennerinfo.at

Polizeinotruf
133 oder 112

 

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