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Lederindustrie: Sechste Verhandlungsrunde abgebrochen

Arbeitgeber weiterhin ohne ernstzunehmendes Angebot - Kommende Woche Betriebsversammlungen
Das Verhandlungsteam der ArbeitnehmerInnen fordert Lohnerhöhungen und einen Mindestlohn von 1.500 Euro.
In acht Betriebsversammlungen stimmten die Beschäftigten der Lederindustrie für weitere Kampfmaßnahmen.
Das Verhandlungsteam der ArbeitnehmerInnen fordert Lohnerhöhungen und einen Mindestlohn von 1.500 Euro.
In acht Betriebsversammlungen stimmten die Beschäftigten der Lederindustrie für weitere Kampfmaßnahmen.
Gestern, Donnerstag, wurde auch die sechste Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag Lederindustrie ohne Ergebnis beendet. „Die Arbeitgeber der Lederindustrie sind nach wie vor nicht bereit, ein Angebot vorzulegen, das der harten Arbeit und der Leistungen der Beschäftigten gerecht wird. Was bisher präsentiert wurde, ist eine Verhöhnung der ArbeitnehmerInnen. Während in vielen anderen Kollektivvertragsrunden alle Anstrengungen unternommen wurden, die Kaufkraft zu erhalten und zu stärken, wird in der Lederindustrie seitens der Arbeitgeber geradezu offen signalisiert, dass man wenig Wert auf Sozialpartnerschaft legt“, so die beiden Verhandler der Arbeitnehmerseite, Gerald Kreuzer (PRO-GE) und Albert Steinhauser (GPA). Daher werden kommende Woche die Betriebsversammlungen durchgeführt mit dem Ziel, gemeinsam mit den Beschäftigten Warnstreiks für Jänner zu beschließen.
 
Angebotene Lohnerhöhung deckt Inflation nicht ab
 
Geht es nach den Arbeitgebern, soll der Mindestlohn von 1.500 Euro brutto – entgegen der Sozialpartnervereinbarung aus dem Jahr 2017 - erst Ende 2023 eingeführt werden. Was die Lohn- und Gehaltserhöhungen betrifft, wurden 2,5 Prozent angeboten. „Da im letzten Jahr die KV-Verhandlungen von den Arbeitgebern torpediert und immer wieder verzögert wurden, hat es für 2020 und 2021 noch keinen Lohn- und Gehaltsabschluss gegeben. Die 2,5 Prozent würden daher für zwei Jahre gelten, damit ist nicht einmal die Inflation in diesem Zeitraum abgedeckt. Für das Erreichen des Mindestlohns von 1500 Euro bis Ende 2023 wollen sich die Arbeitgeber auf keinen Stufenplan oder konkrete Schritte festlegen. Zusätzlich sollen Zulagen, die den Beschäftigten für Schmutz, Erschwernis und Gefahren zustehen, auf den Mindestlohn angerechnet werden. Das entspricht nicht der Sozialpartnervereinbarung“, erläutern Kreuzer und Steinhauser.
 
Video: Chefverhandler Gerald Kreuzer informierte Ende Oktober auf der Wefair-Messe in Oberösterreich über die Lohnrunde in der Lederindustrie und sammelte Unterstützungsunterschriften
 

 

Die ledererzeugende Industrie in Österreich besteht aus dem Unternehmen Boxmark Leder mit Standorten im steirischen Feldbach und im burgenländischen Jennersdorf sowie dem steirischen Unternehmen Wollsdorf Leder. „In diesen Betrieben werden Produkte für Premiumkunden produziert. Die rund 1.500 Beschäftigten, die harte Arbeit verrichten, sollen mit Almosen abgespeist werden. Das ist respektlos und widerspricht der Selbstdarstellung dieser Unternehmen, die sich für den guten Umgang mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rühmen“, so Kreuzer und Steinhauser.
 

Termine für die Betriebsversammlungen:

Boxmark - Standort Jennersdorf: Montag, 13. Dezember, 12 Uhr
Wollsdorf: Mittwoch, 15. Dezember, 13 Uhr
Boxmark – Standort Feldbach: Donnerstag, 16. Dezember, 13 Uhr

 

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