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Protest-Aktion: Zwölf Stunden vor der Industriellenvereinigung

ÖGB und Gewerkschaft fordern in allen Branchen Korrekturen für den 12-Stunden-Tag.
Es war vor allem die Industriellenvereinigung, die den Zwölf-Stunden-Tag/die 60-Stunden-Woche bei der schwarz-blauen Bundesregierung bestellt hatte. Und die Regierung hat geliefert. Zum Schaden der arbeitenden Menschen. Der ÖGB und die Gewerkschaften protestieren daher am 12. Oktober 2018 ganze zwölf  Stunden lang vor der Industriellenvereinigung am Wiener Schwarzenbergplatz. Im Zwei-Stunden-Rhythmus wechselten sich die Gewerkschaften bei der Gehsteig-Aktion ab, die PRO-GE war zwischen elf und 13 Uhr an der Reihe.
 
 
 
"Zwölf Stunden am Fließband stehen"
 
"Jeder Arbeitnehmer kann zum Zwölf-Stunden-Tag und zur 60-Stunden-Woche gezwungen werden. Der Schutz durch BetriebsrätInnen fällt weg. Die ‚Freiwilligkeitsgarantie‘ der Regierung ist das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben ist“, sagte Rainer Wimmer in seiner Rede vor rund 200 TeilnehmerInnen, darunter zahlreiche BetriebsrätInnen aus Wien und Niederösterreich sowie AK-Präsidentin Renate Anderl, PVA-Obmann Manfred Anderle oder auch der bekannte Betriebsseelsorger aus Amstetten, Franz Sieder. Sieder sagte, dass diese Regierung eine Politik für die Reichen betreibe. Opel-Betriebsrätin Renate Blauensteiner und der Vorsitzende der ARGE Aufzug, Oswald Rosenits, riefen Regierung, Wirtschaftskammer- und IV-Funktionäre auf, einmal Zwölf-Stunden-Dienste in Produktion oder Wartung zu machen: „Diese sollen einmal zwölf Stunden am Fleißband stehen", so Blauensteiner.
 
Negative Auswirkungen korrigieren
 
Der 1. September 2018 ist ein "schwarzer Tag für die ArbeitnehmerInnen“, sagte Rainer Wimmer. An diesem Tag trat das neue Arbeitszeitgesetz in Kraft. ÖGB und Gewerkschaften fordern, dass die Wirtschaft als Gesetzes-Besteller jetzt Branche für Branche alle negativen Auswirkungen korregiert, die das Gesetz auf Einkommen, Gesundheit und Freizeit der ArbeitnehmerInnen hat. Einige der wichtigsten Forderungen: Planbarkeit, fair bezahlte Überstunden, gesichertes Mitspracherecht für Betriebsräte, mehr Urlaub und besserer Gesundheitsschutz.
 
"Wir bleiben dabei: Das neue Arbeitszeitgesetz ist ein schlechtes Gesetz. Jetzt muss die Wirtschaft Branche für Branche die Auswirkungen abfedern, die das Gesetz auf Einkommen, Gesundheit und Freizeit der ArbeitnehmerInnen hat! Unser Ziel ist ein gutes Leben für alle", betonte ÖGB-Präsident Wolfgang  Katzian. Die Regierung und ihre Großspender aus der Wirtschaft müssen halten, was sie versprochen haben, verweist der ÖGB-Präsident auf die 4-Tage-Woche und eine echte Freiwilligkeit. "Beides wurde vielfach versprochen und bis heute nicht eingelöst."
 
Wirtschaft will keine Sonder-Kollektivvertragsrunden
 
Bis zum 12. Oktober, waren die Arbeitgeber aufgefordert, sich zur von der Gewerkschaft geforderten Sonder-Kollektivvertrags-Runde zu äußern. „Abgesehen von jenen Branchen, in denen bereits Verhandlungen laufen, haben wir ablehnende wie auch positive Rückmeldungen erhalten. In vielen Fällen gab es gar keine Rückmeldung – und deshalb stehen wir heute hier vor dem Haus der Industrie. Also genau an jenem Ort, wo die Besteller dieses Gesetz sitzen“, führt Katzian aus. "Die IV hat ihre Partner in der Regierung dazu gebracht, dieses Gesetz umzusetzen. Sie soll jetzt ihre Partner in der Wirtschaft mit gleichem Elan dazu bringen, einem Ausgleich für den Zwölf-Stunden-Tag nicht im Wege zu stehen", so der ÖGB-Präsident.
 

>> Link zu www.neinzum12stundentag.at

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