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Altersarmut von Frauen jetzt bekämpfen, Eigenpensionen stärken!

Equal Pension Day am 3. August: PRO-GE Frauen fordern entschlossenes Handeln und keine kosmetischen Maßnahmen!

Seit der Einführung des Pensionskontos werden die Versicherungszeiten aus dem gesamten Erwerbsleben berücksichtigt (Lebensdurchrechnung). Während davor die jeweils besten 15 Jahre zur Berechnung der Pensionshöhe herangezogen wurden, fließen nunmehr alle Beschäftigungszeiten ein. Dies bedeutet, dass Frauen, deren Erwerbsverlauf oftmals auf Grund von Kindererziehung und Pflege von Angehörigen lange Teilzeitphasen aufweist, massive Einbußen bei der Pensionshöhe hinnehmen müssen. Dieser Nachteil schlägt sich auch im jährlich berechneten Gender-Pension-Gap nieder und veranschaulicht die höhere Armutsgefährdung und Altersarmut von Frauen.

„Trotz des Wegfalls der besten 15 Jahre als Bemessung für die Pension wurden bis dato keine Ausgleichsmaßnahmen für Frauen getroffen, die unbezahlte Sorgearbeit leisten und dadurch Einkommensverluste hinnehmen müssen. Die Auswirkungen der Pensionsreform 2003 werden jetzt spürbar und der Wertverlust der Frauenpensionen sichtbar“, so Klaudia Frieben, Bundesfrauenvorsitzende der PRO-GE. Ebenso fehle es an flächendeckend qualitativ hochwertigen, leistbaren Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, um ganztägige Erwerbsarbeit zu ermöglichen. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Frauen Pensionsverluste haben, nur weil sie gesellschaftlich notwendige Arbeiten verrichten“, unterstreicht Frieben.

Ab 2024 werde auch das Frauenpensionsantrittsalter angehoben. Insbesondere für Frauen in der Produktion stellen diese zusätzlichen Arbeitsjahre eine weitere körperliche Belastung dar. „Mit der Abschaffung der Hacklerregelung Neu durch die türkis-grüne Regierung wurde hart arbeitenden Frauen die Möglichkeit genommen, vor dem 65. Lebensjahr ohne Abschläge in Pension zu gehen zu können“, sagt Frieben, die in diesem Zusammenhang darauf verweist, dass bereits jetzt viele Arbeiterinnen aus gesundheitlichen Gründen vor dem Erreichen des Regelpensionsalters ihren Beruf aufgeben müssen und keine Chance auf eine Wiedereingliederung am Arbeitsmarkt haben.

Das von der Bundesregierung angekündigte Pensionssplitting sei klar abzulehnen. „Diese Maßnahme ist nicht geeignet, um der Altersarmut von Frauen rasch entgegenzuwirken“, betont die Gewerkschafterin. Darüber hinaus seien Alleinerzieherinnen benachteiligt, da sie keine Möglichkeit des Splittings haben. „Das Ziel muss die Stärkung der Eigenpensionen von Frauen sein. Wir fordern die Bundesregierung auf, so rasch wie möglich die richtigen Schritte zu setzen und nicht nur kosmetischen Maßnahmen vorzunehmen,“ so Klaudia Frieben. 

Die PRO-GE Frauen fordern umfangreiche Maßnahmen im Pensionsrecht, mit dem Ziel, die Eigenpension von Frauen zu stärken: 

  • Anhebung der Bemessungsgrundlage der Kindererziehungszeiten auf das Durchschnittseinkommen von Männern und Frauen
  • Ausweitung der Kindererziehungszeiten über den 4. Geburtstag des Kindes hinaus
  • Rückwirkende Berücksichtigung der Zeiten für die Pflege naher Angehöriger
  • Informationsoffensive zur Selbst- und Weiterversicherung ab Pflegestufe 3
  • Besserer Zugang von Frauen zur Schwerarbeitspension, u.a. 
    • Klarstellung, dass reine Nachtarbeit, wenn sie an mindestens sechs Tagen im Kalendermonat geleistet wird, Schwerarbeit darstellt;
    • Überarbeitung des Kriterienkataloges (Kalorienverbrauch!)
  • Abschaffung der Abschläge bei Schwerarbeit und Krankheit
  • Erhöhung des Rehabilitationsgeldes (Armutsgefährdung!)
  • Wiedereinführung der abschlagsfreien Langzeitversichertenregelung nach 540 Beitragsmonaten und Pensionsantritt mit 62 Jahren (45 Jahre sind genug!) vor allem im Hinblick auf die Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters

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