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Beim zweijährigen Krisenabschluss in der österreichischen Metallindustrie stand im Mittelpunkt die Branche zu stabilisieren und Beschäftigung zu sichern. Nun zeichnet sich eine leichte Erholung bei der Beschäftigungssituation ab.

Kollektivvertrag Metallindustrie 2026

Metaller KV-Abschluss 2026 bringt Sicherheit und Beschäftigung

Im Vorjahr haben sich die Kollektivvertragspartner in der Metallindustrie auf einen zweijährigen Krisenabschluss geeinigt. Ab 1. November 2026 gelten die 2025 vereinbarten Lohn- und Gehaltserhöhungen. Alle Details zum Metaller-Kollektivvertragsabschluss 2026 hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Lohnerhöhungen für die Beschäftigten der Metallindustrie wurden im Vorjahr auch für 2026 vereinbart.
  • Ziel war damit die Branche zu stabilisieren und Beschäftigung zu sichern.
  • Hintergrund für den Krisenabschluss war die Rezession, in der alle Bereiche der Metallindustrie steckten.
  • Es gibt Anzeichen für eine Erholung der österreichischen Metallindustrie.
  • Am 1.11.2026 tritt nun der zweite Teil des KV-Abschlusses in Kraft.

Die Kollektivvertragspartner der Metallindustrie haben 2025 einen zweijährigen Krisenabschluss vereinbart. Hintergrund war die anhaltende Rezession, in der sich alle Bereiche der Metallindustrie befanden. Die Kollektivvertragspartner der Metallindustrie verfolgten mit dem Zweijahresabschluss daher das Ziel die Branche zu stabilisieren und Arbeitsplätze zu sichern.

Mit 1. November 2026 tritt nun der zweite Teil des Kollektivvertragsabschlusses für die Beschäftigen in der Metallindustrie in Kraft:

  • Die Ist-Löhne und -Gehälter steigen um 1,9 Prozent
  • Die Grundstufen der kollektivvertraglichen Mindestentgelte steigen um 2,1 Prozent
  • Der niedrigste Mindestlohn / das niedrigste Mindestgehalt steigt auf 2.622,74 Euro
  • Die Lehrlingseinkommen steigen um 2,1 Prozent
  • Die Zulagen und Aufwandsentschädigungen steigen um 2,1 Prozent
  • Die Zulage für Nachtarbeit sowie für die dritte Schicht steigen auf 3,754 Euro pro Stunde (um 7,01 Prozent)

Krisenabschluss auf Zeit

„Mit dem Krisenabschluss auf Zeit für die gesamte Metallindustrie haben wir Verantwortung in einer historischen Ausnahmesituation übernommen. Wir befanden uns in der längsten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren mit Auftragseinbrüchen, Produktionsrückgängen und dem Verlust von zigtausenden Arbeitsplätzen. Deshalb waren Planbarkeit und Sicherheit für Beschäftigte und Betriebe das Ziel, sowie Nulllohnrunden zu verhindern“, resümiert Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der PRO-GE, stellt aber gleichzeitig klar: „Wenn sich die wirtschaftliche Situation in der Metallindustrie wieder erholt, erwarten die Beschäftigten zu Recht ihren Anteil am Erfolg.“

Vertreter der WKÖ und Gewerkschaften sitzen sich an einem langen Tisch gegenüber
Bei den Kollektivvertragsverhandlungen 2025 einigten sich die Sozialpartner auf einen Zweijahresabschluss. Am 1. November 2026 tritt nun der 2. Teil in Kraft. Hier am Bild die Chefverhandler der Gewerkschaften PRO-GE und GPA sowie Vertreter der Fachverbände in der WKÖ.

Beginnende Erholung der Branche

Tatsächlich zeigt sich in der Beschäftigung, dass der Krisenabschluss richtig war. Nach 40 Monaten Rückgang wurde zuletzt wieder ein Beschäftigungszuwachs in der heimischen Industrie verzeichnet. Wirtschaftsexperten wie der Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl sehen darin ein wichtiges Signal für die beginnende Erholung der Branche. Auch WIFO-Ökonom Benjamin Bittschi stellte den Beschäftigungszuwachs in Zusammenhang mit dem Krisenabschluss und bezeichnete ihn als „starkes Zeichen der Sozialpartnerschaft“, der „tausende Jobs gerettet“ habe. 

Wenn sich die wirtschaftliche Situation in der Metallindustrie wieder erholt, erwarten die Beschäftigten zu Recht ihren Anteil am Erfolg.
Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der PRO-GE

Rückblick: Wie kam es zum Zweijahresabschluss 2025/2026 in der Metallindustrie?

In der exportorientierten Branche führten in den vergangenen Jahren hohe Energiekosten und Auftragsverluste zu Produktionsrückgängen und in Folge zu einem massiven Beschäftigungsabbau. Mehr als 10.000 Arbeitsplätze gingen in der Branche verloren, es kam zu Betriebsschließungen. Vor diesem Hintergrund hätte niemand Verständnis für lange und intensive Auseinandersetzungen gehabt. Die Sozialpartner führten daher ab dem Frühjahr 2025 intensive industriepolitische Gespräche. Darin wurde an einer Grundlage für die kommende Kollektivvertragsrunde gearbeitet. Priorität hatten Planbarkeit, Sicherheit und Stabilität – im Interesse von Unternehmen als auch von Arbeitnehmer:innen. Grundlage für die Lohnerhöhungen 2026 war die Prognose von 2025, die bei 2,2 Prozent lag. Mit den militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten stieg der Energiepreis und mit ihm die Inflationsrate jedoch wieder dramatisch an.

Der Kollektivvertragsabschluss Metallindustrie 2025/2026 im Detail

Gültig ab 1. November 2025 

  • Die Ist-Löhne und -Gehälter stiegen um 1,41 Prozent
  • Im November 2025 und Juli 2026 erhielten die Beschäftigten entweder zweimal zwei Tage zusätzliche Freizeit oder zweimal 500 Euro in Form einer Einmalprämie zur Sicherung der Kaufkraft
  • Die Grundstufen der kollektivvertraglichen Mindestentgelte stiegen um 2 Prozent
  • Der niedrigste Mindestlohn / das niedrigste Mindestgehalt stieg auf 2.568,80 Euro
  • Die Lehrlingseinkommen stiegen um 2 Prozent, zusätzlich erhielten Lehrlinge eine Kaufkraftsicherungsprämie von 250 Euro.
  • Die kollektivvertraglichen Zulagen wurden um 2 Prozent erhöht
  • Die Nachtarbeitszulage sowie die Zulage für die dritte Schicht stieg um 7,54 Prozent auf 3,508 Euro pro Stunde

Gültig ab 1. November 2026 

  • Die Ist-Löhne und -Gehälter steigen um 1,9 Prozent
  • Die Grundstufen der kollektivvertraglichen Mindestentgelte steigen um 2,1 Prozent
  • Der niedrigste Mindestlohn / das niedrigste Mindestgehalt steigt auf 2.622,74 Euro
  • Die Lehrlingseinkommen steigen um 2,1 Prozent
  • Die Zulagen und Aufwandsentschädigungen steigen um 2,1 Prozent
  • Die Zulage für Nachtarbeit sowie für die dritte Schicht steigen um 7,01 Prozent auf 3,754 Euro pro Stunde