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KV Chemische Industrie: Betriebsrät:innen erhöhen den Druck

Resolution vor nächster Verhandlungsrunde beschlossen

Nachdem in der letzten Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der rund 50.000 Beschäftigten der Chemischen Industrie ein inakzeptables Angebot seitens der Arbeitgeber vorgelegt wurde, versammelten sich heute über 250 Betriebsrätinnen und Betriebsräte der Branche in Hörsching, um den aktuellen Verhandlungsstand zu diskutieren. Die seitens der Arbeitgeber gebotene Einmalzahlung in der Höhe von 250 Euro ohne jegliche nachhaltige Erhöhung der Löhne und Gehälter führte zu großer Empörung und Unverständnis und hat zur Folge, dass nun auch die Gewerkschaften GPA und PRO-GE den Druck erhöhen.

Ohne Einigung Betriebsversammlungen

„Wenn es auch in der nächsten Verhandlungsrunde zu keiner Einigung kommt, werden wir österreichweit Betriebsversammlungen einberufen, um die Kolleginnen und Kollegen über den respektlosen Verhandlungszugang der Arbeitgeber zu informieren und weitere Maßnahmen zu beraten“, kündigen die Verhandler der Arbeitnehmer:innenseite, Mario Mayrwöger (GPA) und Hubert Bunderla (PRO-GE) in Bezug auf die heute beschlossene Resolution an. „Die einhellige Stimmung bei der heutigen Konferenz war deutlich – wir sind wütend! Wer glaubt, uns mit einer Einmalzahlung abspeisen zu können, muss mit massivem Widerstand seitens der Gewerkschaften rechnen“, so Mayrwöger und Bunderla weiter.

Gewerkschaften fordern 3,5 Prozent

„Wir fordern die Arbeitgeber auf, zu konstruktiven Verhandlungen zurückzukehren, statt weiterhin Verunsicherung auf dem Rücken der Beschäftigten zu verbreiten. Denn das aktuelle Angebot verkennt nicht nur die Leistung der Beschäftigten, sondern entspricht auch nicht den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche“, betonen die Gewerkschafter. „Sowohl der Produktionswert der chemischen Industrie als auch die Auftragslage haben sich positiv entwickelt. Einige Betriebe schreiben sogar Rekordergebnisse“, argumentieren Bunderla und Mayrwöger. Die Gewerkschaften fordern deshalb eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Lehrlingseinkommen um 3,5 Prozent.

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 29. April statt.