Frühjahrslohnrunde 2026
Abschluss in der Elektro- und Elektronikindustrie
KV-Löhne +3,0 Prozent, Ist-Löhne bis +2,7 Prozent, höhere Schicht-Zulagen und Einführung von Gesundheitstagen
Am 28. Mai wurden die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 60.000 Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie fortgeführt. Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA konnten in der fünften Verhandlungsrunde ein Gesamtpaket mit dauerhaften Lohnerhöhungen sowie rahmenrechtlichen Verbesserungen erreichen. Für den dritten KV-Abschluss in der heurigen industriellen Frühjahrslohnrunde waren insgesamt zwölf Verhandlungswochen, Betriebsversammlungen und Streikbeschlüsse notwendig.
Streikbeschlüsse brachten Wende
„Es stand Spitz auf Knopf. Bis zuletzt boten die Arbeitgeber nur eine Mini-Erhöhung von einem Prozent an und erst heute kam endlich Bewegung in die Verhandlung. Mit Betriebsversammlungen, Solidarität und Streikentschlossenheit mussten sich die Belegschaften den Respekt und die Wertschätzung erst erkämpfen“, fasst PRO-GE Chefverhandler Reinhold Binder den Verhandlungsverlauf zusammen.
Höhere Zulagen für belastende Schichtarbeit
Rückwirkend mit 1. Mai 2026 steigen die Mindestlöhne sowie die Lehrlingseinkommen um 3,0 Prozent. Die kollektivvertraglichen Zulagen und Aufwandsentschädigungen werden ebenso um 3,0 Prozent erhöht. Die Zulagen für die zweite Schicht und für die dritte Schicht werden in Etappen auf 1,50 Euro pro Stunde bzw. auf 4 Euro pro Stunde angehoben. Die Ist-Löhne werden um 1,85 Prozent plus 22 Euro erhöht und steigen damit steigen um bis zu 2,7 Prozent.
Neu: Gesundheitstage für langjährige Mitarbeiter:innen
Zusätzlich wurde die Einführung von Gesundheitstagen erreicht. Ab dem 40. Lebensjahr und 20-jähriger Dienstzeit steht jährlich ein Gesundheitstag zu. Mit dem 45. und dem 50. Lebensjahr bei 20-jähriger Betriebszughörigkeit erhöht sich der Anspruch um jeweils einen weiteren Gesundheitstag. Beim Erreichen der 6. Urlaubswoche bleibt ein Gesundheitstag erhalten. Auch eine zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung konnte vereinbart werden.
Gemeinsamer Erfolg
“Das Gesamtpaket mit nachhaltigen Erhöhungen bei Löhnen, Gehältern, Zulagen, Aufwandsentschädigungen, mit mehr Geld für belastende Schichtarbeitszeiten sowie mit mehr Freizeitanspruch für Beschäftigte ab dem 40. Lebensjahr sind der gemeinsame Erfolg der Betriebsrät:innen und Beschäftigten”, stellt Binder klar.
Der Abschluss im Detail:
- KV-Lohn +3,0 Prozent
- Neuer Mindestlohn: 2.553,12 Euro
- Ist-Lohn: +1,85 Prozent plus 22 Euro
- Lehrlinge: +3,0 Prozent
- Zulagen: +3,0 Prozent
- Zulage 2. Schicht steigt in 3 Etappen bis 2028 auf 1,50 Euro pro Stunde
- Zulage 3. Schicht steigt in 2 Etappen bis 2027 auf 4 Euro pro Stunde
- Reiseaufwandsentschädigungen: +3,0 Prozent
- Freizeitoption: Die Ist-Erhöhung kann in zusätzliche Freizeit umgewandelt werden
Geltungstermin: 1. Mai 2026
Laufzeit: 12 Monate