KV Chemische Industrie
Arbeitskampfmaßnahmen mehr als berechtigt
Arbeitgeber reden eigene Branche schlecht
Nach sechs erfolglosen KV-Runden haben die Gewerkschaften PRO-GE und GPA zu zweistündigen Warnstreiks in der chemischen Industrie aufgerufen. Die Arbeitgeberseite hat bis dato keine dauerhaften Lohnerhöhungen angeboten, sondern lediglich eine Einmalzahlung von 250 Euro.
Beschäftigte haben sich mehr Respekt verdient
„Dieses Angebot ist eine Frechheit, die Beschäftigten sind zurecht wütend. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehen in den Betrieben, dass sich Auftragslage wieder verbessert hat, dass sich die Arbeit verdichtet und sollen trotzdem auf eine faire Lohneerhöhung verzichten. Die Warnstreiks sind daher mehr als berechtigt“, stellt PRO-GE Verhandlungsleiter Hubert Bunderla klar.
Klare Absage an Nulllohnrunde
Die Arbeitgeber reden derzeit lieber ihre eigene Branche schlecht, anstatt ein Angebot vorzulegen, über das sich auf Augenhöhe verhandeln lässt. „Den Arbeitgebern sei ins Stammbuch geschrieben: Einer Nulllohnrunde werden wir nie zustimmen. Die Beschäftigten haben es sich verdient, respektvoll behandelt zu werden“, unterstreicht Bunderla.
Die Warnstreiks sind bis 1. Juni angesetzt, der nächste Verhandlungstermin findet am 2. Juni statt. Der Kollektivvertrag für die rund 50.000 Beschäftigten sollte bereits seit 1. Mai gelten.