KV Elektro- und Elektronikindustrie
ÖGB-Streikfreigabe wurde eingeholt
Scheitert auch 5. Verhandlungsrunde am Donnerstag, folgen gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen in den Betrieben
Am 28. Mai beginnt um 14.30 Uhr die bereits 5. Kollektivvertragsverhandlungsrunde für die rund 60.000 Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie. „Wir befinden uns in der 12. Verhandlungswoche und stehen bei einem Arbeitgeber-Angebot von nur einem Prozent. Sollte sich am Donnerstag keine Bewegung in Richtung fairer Lohnerhöhungen abzeichnen und ein Abschluss nicht möglich sein, wird es in den Betrieben zu gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen kommen“, kündigt PRO-GE Verhandlungsleiter Reinhold Binder an. Vorsorglich wurde daher die Streikfreigabe des ÖGB bereits eingeholt.
Ordentliche Lohnerhöhungen sind gerechtfertigt
Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA fordern 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. „Ordentliche Erhöhungen sind gerechtfertigt. Die Zahlen belegen den Aufwärtstrend der Branche und die Beschäftigten spüren die steigende Arbeitsbelastung“, sagt Binder. DEr PRO-GE Bundesvorsitzende verweist unter anderem darauf, dass laut Statistik Austria die Produktion 2025 um sieben Prozent gewachsen ist. Noch stärker entwickelten sich die Auftragseingänge. Das Plus liegt sogar im zweistelligen Prozentbereich.
Mehr Geld bei belastenden Arbeitszeiten
Neben einer Erhöhung der Einkommen fordern die Gewerkschaften PRO-GE und GPA auch eine bessere Bezahlung für sehr belastende Arbeitszeiten. So soll die Zulage für die zweite Schicht auf 1,50 Euro pro Stunde und für die dritte Schicht auf fünf Euro pro Stunde steigen. Zudem stehen unter anderem eine zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung und die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche auf dem Forderungsprogramm.
Der neue Kollektivvertrag mit höheren Löhnen und Gehältern sollte bereits seit 1. Mai gelten.