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Fleischer-KV: Proteste und Betriebsversammlungen

PLUS: Solidaritätsvideo von Lukas Resetarits

Der Konflikt bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 13.000 Beschäftigten in der Fleischwarenindustrie und im Fleischergewerbe verschärft sich. Das Verhandlungsteam der Gewerkschaft PRO-GE kritisiert, dass es nach drei Verhandlungsrunden weiterhin kein akzeptables Angebot der Arbeitgeberseite für Lohnerhöhungen oder für Verbesserungen im Rahmenrecht gibt. Zweiteres betrifft etwa die finanzielle Unterstützung von Lehrlingen für Fahrten zur Berufsschule, höhere Zuschläge und bezahlte Pausen bei langen Arbeitszeiten oder bei Arbeiten im Kältebereich sowie die kollektivvertragliche Klarstellung, dass Umkleidezeiten als Arbeitszeit zu gelten hat.

Solidaritätsvideo von Lukas Resetarits:

Auch nach der am 25. Juli stattgefundenen dritten Runde liegt das Angebot für Lohnerhöhungen weiter bei einem Prozent. Lediglich bei der Erhöhung der Lehrlingsentschädigungen gibt es ein Arbeitgeber-Angebot von drei Prozent. PRO-GE und BetriebsrätInnen werden den Druck nun gemeinsam erhöhen. Vor der nächsten Verhandlungsrunde am 4. September solle es neben Betriebsversammlungen und Informationsveranstaltungen auch gezielte Protestaktionen vor den Betrieben geben.

> Weitere Videos auf dem Youtube-Kanal der PRO-GE

Lohnkürzungen drohen

"Verbesserungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter sind den Arbeitgeberverhandlern bislang völlig ‚wurscht‘. Zuletzt wurde sogar der Gültigkeitstermin 1. Juli für den neuen Kollektivvertrag in Frage gestellt. Er soll auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Es ist nunmehr klar, dass für den Preiskampf im Supermarkt die Beschäftigten der Fleischwirtschaft mit Lohnkürzungen bezahlen sollen", sagt Erwin Kinslechner, PRO-GE Branchensekretär und KV-Verhandler der ArbeitnehmerInnenseite.

Kinslechner fordert die Arbeitgeber auf, die Zeit bis zum 4. September für einen Strategiewechsel zu nutzen, um eine Verschärfung des Konflikts zu verhindern. "Die Weigerung der Arbeitgeber ist verantwortungslos. Es geht schließlich um einen fairen Anteil für die Beschäftigten und bessere Arbeitsbedingungen. Dies müsste eigentlich auch im Interesse der Fleischwirtschaft sein", ärgert sich Kinslechner.

Und: "Bei einem Mindestlohn im Fleischergewerbe von 1.400 Euro und in der Fleischwarenindustrie von 1.500 Euro sind unsere Forderungen wirklich nicht übertrieben“, erklärt Kinslechner. Die Verhandler auf ArbeitnehmerInnenseite fordern weiterhin vier Prozent Lohnerhöhung.

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