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Frauen haben 42 Prozent weniger Pension als Männer

Frauen vor Altersarmut schützen und strukturelle Benachteiligungen beseitigen!

30. Juli ist Equal Pension Day

Seit einigen Jahren berechnet der Österreichische Städtebund, wie sich die Höhe der Pensionen von Frauen und Männern entwickeln. 2019 betrug der Unterschied 41,9 %, Frauen erhalten also rund 58 % der durchschnittlichen Männerpensionen. Die Durchschnittspension einer Arbeiterin betrug 2019 laut Dachverband der Sozialversicherungsträger 773 Euro. „Das ist beschämend niedrig“, kritisiert PRO-GE Bundesfrauenvorsitzende Klaudia Frieben. „Der Weg in die Altersarmut ist vorprogrammiert, eine eigenständige und unabhängige Existenz nach einem langen Arbeitseben nahezu unerreichbar.“

Die Ursachen dieses Unterschiedes liegen sowohl im aktiven Erwerbsleben als auch im Pensionsrecht. Mit der Streichung der besten 15 Jahre im Jahr 2003 und der Ausweitung auf die Lebensdurchrechnung verloren die Frauenpensionen massiv an Wert, werden doch Jahre der Erwerbslosigkeit als auch der Teilzeit eingerechnet. „Alle negativen Faktoren, die ein Frauenleben begleiten, rächen sich massiv in der Pension“, so Frieben. „Hier muss dringend gegengesteuert werden.“

Ab 2024 wird das Pensionsantrittsalter für Frauen stufenweise heraufgesetzt und die Lebensdurchrechnung wird sich noch stärker negativ auswirken. „Die Frauenpolitikerinnen, darunter auch zahlreiche Gewerkschafterinnen, haben im Jahr 1992 der Anhebung ab 2024 nur zugestimmt, weil davon ausgegangen werden konnte, dass bis zu diesem Zeitpunkt in Österreich Gleichstellung vorherrscht“, hält die PRO-GE Frauenvorsitzende dazu fest. „Davon sind wir weit entfernt. Auch im Hinblick darauf, dass Frauen neben ihrer Erwerbstätigkeit noch immer die Hauptlast der unbezahlten Betreuungspflichten tragen.“

Gerade die Corona-Krise habe diese Defizite in der Frauenpolitik deutlich gemacht. Durch die Schließung der Betreuungseinrichtungen, Schulen, Kindergärten und den Wegfall der 24-Stunden-Betreuung sind es die Frauen, die plötzlich in den häuslichen Bereich zurückgedrängt wurden. „Auch die hohe Arbeitslosigkeit nach dem Lockdown, die zu einem Großteil Frauen betrifft, wird sich nicht nur negativ auf die Erwerbsituation sondern auch auf die soziale Absicherung von Frauen auswirken. Die aktuelle Frauenpolitik versagt hier gerade massiv“, so Frieben.

Das nun von Frauenministerin Susanne Raab geforderte automatische Pensionssplitting sehen die PRO-GE Frauen mit äußerster Skepsis. Gerade Frauen passen ihr Erwerbsleben zu einem großen Teil ihrem Familienleben an bzw. sind aufgrund der fehlenden Rahmenbedingungen dazu gezwungen. Das wirkt sich im Alter besonders negativ aus. Frauenpensionen werden nicht erhöht, indem man Männerpensionen kürzt und Alleinerziehende haben keine Möglichkeit eines Splittings. Gerade in der aktuellen Zeit hoher Arbeitslosigkeit muss auch bedacht werden, dass Zeiten des Arbeitslosengeldbezuges nicht übertragen werden können.

Bereits 2019 haben die PRO-GE Frauen mit der Kampagne #bestof15 darauf aufmerksam gemacht, dass es sowohl im Pensionsrecht als auch im aktiven Erwerbsleben ein Bündel an Maßnahmen braucht, um Frauen vor Altersarmut zu schützen und strukturelle Benachteiligungen zu beseitigen. „In der Zwischenzeit ist die prekäre Lage der Frauenpensionen wieder in den Fokus gerückt“, stellt Frieben fest. „Für die PRO-GE Frauen stehen die eigenständigen Frauenpensionen und damit ein selbstbestimmtes Leben im Alter im Vordergrund.“

Die PRO-GE Frauen fordern:

  • eine massive Höherbewertung der Kindererziehungs- und Pflegezeiten für die Pension,
  • Anhebung der kollektivvertraglichen Mindestlöhne auf € 1.700,00,
  • der verbesserte Zugang für Frauen zur Schwerarbeitspension,
  • Maßnahmen, um den Gender Pay Gap im aktiven Erwerbsleben zu verringern und in der Pension auszugleichen,
  • Ausgleich für die Lebensdurchrechnung, zB den Verzicht auf die schlechtesten Versicherungsjahre oder die Heranziehung der besten 15 Jahre für den Durchrechnungszeitraum,
  • massive Investitionen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen speziell für Frauen nach der Corona-Krise,
  • einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr sowie einen massiven Ausbau von Ganztagsschulen,
  • einen Rechtsanspruch auf Erhöhung des Beschäftigungsausmaßes, wenn dies betrieblich möglich ist (Teilzeit auf Vollzeit)
  • Arbeitszeitverkürzung, auch als Beitrag zur gerechten Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit.
  • Massive Investitionen in frauenpolitische Arbeitsmarktmaßnahmen!

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