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Leiharbeit: PRO-GE fordert von Industrie mehr Verantwortung

Wimmer zu Hygiene Austria: Beschäftigerbetrieb ist in die Pflicht zu nehmen

Angesichts der Vorkommnisse rund um die „Hygiene Austria“ betont der Vorsitzende der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE), Rainer Wimmer, dass es höchst an der Zeit ist, in der Arbeitskräfteüberlassung flächendeckend für ordentliche Verhältnisse zu sorgen. „Wenn renommierte österreichische Betriebe auf gewerbliche Arbeitskräfteüberlassung zurückgreifen, dann tragen sie auch die Verantwortung dafür, wie in ihren eigenen Betrieben gearbeitet wird“, nimmt Wimmer die Beschäftigerbetriebe in die Pflicht. Diese haben auch Sorgfalt bei der Auswahl der Zeitarbeitsfirmen walten zu lassen: „Wenn nur der Preis zählt, darf man sich nicht wundern, wenn unseriöse Anbieter das Rennen machen. Es ist auch nicht zu tolerieren, dass Auftraggeber zuerst den Preiskampf befeuern, um anschließend davon überrascht zu sein, dass die mangelnde Einhaltung des Arbeitsrechts und schlechte Bezahlung die Folge der Beauftragung der billigsten Zeitarbeitsfirmen ist.“

Die Corona-Krise habe einmal mehr die Missstände in der Leiharbeit offengelegt, selbst bei Überlassungen an Unternehmen mit einem Naheverhältnis zur öffentlichen Hand wird von auffallendem Desinteresse an den Arbeitsbedingungen überlassener Arbeitskräfte berichtet. „Das ist zum Schaden aller. In erster Linie leiden die Beschäftigten. Aber auch die Unternehmen, die sich unseriöser Zeitarbeitsfirmen bedienen, erleiden einen veritablen Imageschaden und seriöse Arbeitskräfteüberlasser werden aus dem Geschäft gedrängt, weil sie beim Preisdumping nicht mithalten können“, erläutert Wimmer.

Im Rahmen der diesjährigen Frühjahrslohnrunde verlangt die PRO-GE daher von den Betrieben der betroffenen Industriebranchen, Verantwortung zu übernehmen. Erste entsprechende Forderungen wurden bereits übermittelt. „Wir werden alle Branchen und Betriebe daran messen, wie sie mit dem Thema Leiharbeit umgehen. Zum einen muss die Leiharbeit wieder dafür verwendet werden, um Auftragsspitzen abzudecken und nicht, um die Stammbelegschaft möglichst klein zu halten. Zum anderen muss endlich darauf geachtet werden, dass auch die soziale Verantwortung gegenüber überlassenen Arbeitskräften wahrgenommen wird“, sagt der Gewerkschaftsvorsitzende.

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