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100.000 Todesfälle durch Arbeitsunfälle oder arbeitsbedingte Erkrankungen

28. April: Internationaler Arbeitergedenktag

Anlässlich des Internationalen Arbeitergedenktags machen der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) und die europäischen Branchengewerkschaftsverbände auf Hunderttausende von ArbeitnehmerInnen aufmerksam, die im vergangenen Jahr ihr Leben verloren haben. In einer gemeinsamen Erklärung erinnern sie an Tausende Opfer von COVID-19, die an ihrem Arbeitsplatz infiziert wurden, sowie an diejenigen, die im letzten Jahr an arbeitsbedingten Krankheiten und Arbeitsunfällen gestorben sind: allein in Europa über 100.000 Personen.

Recht auf Gesundheit

"Der Kampf für ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld stand immer im Mittelpunkt gewerkschaftlicher Bestrebungen", sagt Isabelle Barthès, stellvertretende Generalsekretärin von industriAll European Trade Union. "Gesundheit und Sicherheit sind heute ein Recht, das von Europäischen und nationalen Gesetzen garantiert wird. Die Realität zeigt aber: Wir müssen weiter dafür kämpfen!"

Das EU-Recht verpflichtet die Arbeitgeber, gesunde und sichere Arbeitsplätze zu schaffen und gibt den Arbeitnehmern das Recht auf Information und Beratung in Bezug auf Gesundheit und Sicherheit sowie auf die Benennung von Sicherheitsbeauftragten. Damit müssen Arbeitgeber Verantwortung übernehmen für offensichtliche Risiken wie der Umgang mit gefährlichen Substanzen, schweres Heben oder sich wiederholende Bewegungen sowie für andere weniger allgemein anerkannte Risiken wie arbeitsbedingten Stress, Belästigung und Mobbing.

Fehlende Schutzausrüstung

Trotz klarer Rechte sind Gesundheit und Sicherheit nicht für alle ArbeitnehmerInnen Realität. Jedem dritten in Bulgarien, der Slowakei und Spanien sowie fast der Hälfte in Tschechien und Griechenland, die bei der Arbeit persönliche Schutzausrüstung tragen müssten, steht diese nur manchmal oder gar nicht zur Verfügung. Während der COVID-Krise hatten viele systemrelevante ArbeitnehmerInnen, etwa Frauen im Pflege- und Reinigungssektor, keine ausreichende Schutzausrüstung. Gleiches gilt für prekäre ArbeitnehmerInnen, deren begrenzter sozialer Schutz ihnen keine andere Wahl lässt, als weiter zu arbeiten, selbst wenn sie Symptome eines Coronavirus haben.

Grenzwerte für gefährliche Stoffe

Die Gewerkschaften werden weiter für mehr Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz kämpfen. Bereits erreicht wurden in der EU Grenzwerte für den beruflichen Umgang mit krebserregenden Stoffen, hier setzen sich die Gewerkschaftsverbände weitere Einschränkungen der Grenzwerte und ein Ausdehnung der Regelungen auf zusätzliche gefährliche Substanzen. Weitere Forderungen sind strengere rechtliche Verpflichtungen zur Bekämpfung von Stress und und Belastungen des Bewegungsapparates. Die Gewerkschaften drängen auch darauf, dass die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) ihre Entscheidung ihrer Konferenz zum 100. Jahrestag im Jahr 2019 umsetzt und Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu einem Grundrecht bei der Arbeit zu machen.

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