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KV-Verhandlungen in der Chemischen Industrie unterbrochen

Am Montag 29. April finden Betriebsversammlungen und weitere Verhandlungen statt

Auch die dritte Verhandlungsrunde am 25. April brachten in der Chemischen Industrie kein Ergebnis. Leider gab es kein Übereinkommen zu wichtigen Forderungspunkten der Gewerkschaften PRO-GE und gpa-djp. Auch beim Lohn- und Gehaltsrecht gab es keine Einigung.

Daher werden, so wie auf der Betriebsrätekonferenz beschlossen, am Montag den 29. April Betriebsversammlungen in der Chemischen Industrie durchgeführt, um die Beschäftigten über den aktuellen Verhandlungsstand zu informieren. Die KV-Gespräche gehen ebenfalls am Montag weiter. Insgesamt sind rund 45.000 Beschäftigte von den Kollektivverträgen betroffen.

PRO-GE und GPA-djp hatten im Vorfeld zur dritten Verhandlung eine Betriebsrätekonferenz zu den stockenden Verhandlungen in der chemischen Industrie abgehalten.
Die rund 200 Betriebsrätinnen und Betriebsräte hatten bereits vorsorglich im Falle, dass es zu keinem Ergebnis kommen sollte, Betriebsversammlungen beschlossen.

>>> Bilder von der BR-Konferenz in Wien vom 24. April 2019

"Es ist nicht einzusehen, warum in der chemischen Industrie, die Rekordgewinne schreibt, kein Abschluss auf dem Niveau der anderen Industriekollektivverträge möglich sein soll. Die Beschäftigten haben sich einen fairen Anteil an der hervorragenden wirtschaftlichen Lage der Branche mehr als verdient. Außerdem fordern wir einen Ausgleich für das Arbeitszeitverlängerungsgesetz, das sich die Industrie bestellt hat", stellte das Verhandlungsteam der Gewerkschaften bei der Betriebsrätekonferenz klar.

 

Die Resolution im Wortlaut

"Die diesjährige Kollektivvertragsrunde in der chemischen Industrie findet unter besonderen Voraussetzungen statt. Wirtschaftlich geht es der Branche so gut wie nie zuvor. Einige Betriebe schreiben bereits das dritte Jahr in Folge das beste Ergebnis aller Zeiten. Die Auftragsbücher sind voll und in vielen Betrieben fehlt es bereits jetzt an qualifiziertem Personal, sodass die derzeit Beschäftigten schier Unmögliches möglich machen müssen.

Seit 1. September ist ein neues Arbeitszeitgesetz in Kraft, das von der Industrie bestellt und von der Regierung geliefert wurde. Der Zusammenhalt der Branchen über die Gewerkschaftsgrenzen hinaus ist wichtiger denn je. Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, die negativen Auswirkungen des neuen Gesetzes über unsere Kollektivverträge abzufedern. Dies ist bis jetzt in allen anderen Industriebranchen bei den Kollektivvertragsverhandlungen gelungen.

Nach zwei Verhandlungsrunden ist der Gesprächsstand in der Chemischen Industrie mehr als enttäuschend. Trotz eines wirtschaftlichen Rekordjahres haben die Arbeitgeber noch keine ausreichenden Angebote gelegt! Obwohl die Arbeitgeber beteuern, dass sie von den Möglichkeiten der Verlängerung der Arbeitszeit nicht Gebrauch machen wollen, möchten sie keine Ausgleichsmaßnahmen mit uns verhandeln. Die Arbeitgeber wollen die ArbeitnehmerInnen nicht am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben lassen und möchten auch nicht die Arbeitszeitwünsche der ArbeitnehmerInnen ernst nehmen. Das ist eine Verhöhnung der Beschäftigten.

Sollten die Verhandlungen am 25. April zu keinem Ergebnis führen, werden ab dem 26. April Betriebsversammlungen einberufen. Die Betriebsversammlungen werden ab 29. April durchgeführt, um unsere Kolleginnen und Kollegen über den Verhandlungsstand zu informieren und Beschlüsse über die weitere Vorgehensweise zu fassen. Die Betriebsversammlungen werden lediglich unterbrochen, können jederzeit wiederaufgenommen werden und in gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen übergehen."

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