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Metaller-KV

800 Betriebsrät:innen aus Wien, Niederösterreich und Burgenland beschließen Betriebsversammlungen

Arbeitgeber-Angebot mit 2,5 Prozent sorgt für Empörung - hohe Bereitschaft für gewerkschaftliche Maßnahmen

Von 12. bis 16. Oktober beraten Betriebsrätinnen und Betriebsräte der Metallindustrie österreichweit in sieben Konferenzen über die weitere Vorgangsweise bei den Kollektivvertragsverhandlungen. Für Niederösterreich, Wien und dem Burgenland fand die Konferenz mit rund 800 Teilnehmer:innen am 12. Oktober vor der Arbeiterkammer in St. Pölten statt. Das derzeitige „Angebot“ des größten Arbeitgeberverbandes in der Metallindustrie sorgte für lautstarke Empörung unter den teilnehmenden Betriebsrätinnen und Betriebsräten. Während die Gewerkschaften PRO-GE und GPA eine faire Erhöhung von 11,6 Prozent fordern, bietet der Fachverband Metalltechnische Industrie bisher nur 2,5 Prozent und einen zusätzlichen Einmalbetrag von 1.050 Euro, wobei dieser Einmalbetrag in 14 Raten zu 75 Euro ausbezahlt werden soll.

„Die große Bereitschaft der Betriebsrätinnen und Betriebsräte, in den Betrieben gewerkschaftliche Maßnahmen zu setzen, zeigt uns, dass die Forderung nach 11,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt mehr als berechtigt ist.“
Reinhold Binder, PRO-GE Bundesvorsitzender

„Die Betriebsrätinnen und Betriebsräte sind spürbar verärgert, denn dieses Mini-Angebot ist verantwortungslos. Wirtschaftsforscher haben deutlich gemacht, dass eine Stärkung der Kaufkraft für die Konjunkturerholung notwendig ist. Durch die hohen Teuerungsraten nach dem Abschluss im Vorjahr sind die Beschäftigten mit massiven Reallohnverlusten konfrontiert. Die Kolleginnen und Kollegen können sich um fast zehn Prozent weniger leisten und brauchen daher faire und dauerhafte Lohnerhöhungen“, betonte PRO-GE Chefverhandler Reinold Binder bei der Konferenz. Einstimmig wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Ende der Konferenz eine Resolution beschlossen: Ab sofort werden Betriebsversammlungen in den Betrieben aller Fachverbände einberufen, die dann im Zeitraum von 21. Oktober bis inklusive 1. November 2023 stattfinden werden. Entsprechend des weiteren Verlaufs der Verhandlungen werden die konkreten Maßnahmen, die zur Durchsetzung Forderungen führen, fixiert.