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Lehrstellenlücke in Österreich

Rückgang bei Lehrlingen verschärft künftigen Fachkräftemangel

Gewerkschaft PRO-GE fordert Ausbildungsfonds: Wer nicht ausbildet, muss sich wenigstens an den Kosten beteiligen

Besonders im spezialisierten Bereich wie dem Bau von Löschfahrzeugen, ist die Ausbildung von Lehrlingen wichtig. Sie sind die Zukunft des Unternehmens. Insgesamt absolvieren 70 junge Mitarbeiter:innen eine Lehre bei Rosenbauer.
Die Ausbildung von jungen Menschen zu Fachkräften kostet Geld. Die Gewerkschaft PRO-GE fordert daher einen Ausbildungsfonds, in den Betriebe einzahlen die keine Lehrlinge ausbilden. Profitieren sollen Betriebe, die in hochwertige Ausbildung investieren und damit die Fachkräfte von morgen sichern.

Die Gewerkschaft PRO-GE zeigt sich alarmiert über die erneut gesunkenen Lehrlingszahlen in Österreich. Laut aktuellen Daten der Wirtschaftskammer werden derzeit nur noch 95.000 Lehrlinge in Betrieben ausgebildet. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der betrieblichen Lehrlinge demnach um 4,3 Prozent zurückgegangen.

Zahl der Lehranfänger:innen dramatisch gesunken

Besonders dramatisch ist die Entwicklung bei den Lehranfänger:innen. Ihre Zahl sank in den Betrieben um 4,8 Prozent auf rund 28.100. „Die stetig sinkenden Lehrlingszahlen sind ein Alarmsignal. Österreich steuert auf einen noch größeren Fachkräftemangel zu und das wird sich rächen. Noch wird über die Ausbildungskosten von Lehrlingen gejammert. Sollte sich der Negativtrend aber weiter verschärfen, werden die Betriebe in naher Zukunft deutlich mehr Geld in die Hand nehmen müssen, um überhaupt noch qualifizierte Facharbeitskräfte zu bekommen“, warnt PRO-GE-Bundesvorsitzender Reinhold Binder.

Es geht nicht um eine Strafe, sondern um Fairness.
Reinhold Binder, Bundesvorsitzender der PRO-GE

Erneute Forderung nach einem Ausbildungsfonds

Hinzu kommt, dass es für Jugendliche zunehmend schwieriger wird eine Lehrstelle zu finden. Laut Arbeitsmarktservice (AMS) gab es im September um 34 Prozent weniger offene Lehrstellen als Lehrstellensuchende vorgemerkt waren. Die Lehrstellenlücke beträgt aktuell 3.977 Stellen. Die PRO-GE erneuert daher ihre Forderung nach einem Ausbildungsfonds. Betriebe, die keine Lehrlinge ausbilden, obwohl sie dazu in der Lage wären, sollen einen Beitrag leisten.

Betriebe die ausbilden, sollen Geld aus dem Fonds bekommen

Aus diesem Fonds sollen Unternehmen unterstützt werden, die in hochwertige Ausbildung investieren und damit die Fachkräfte von morgen sichern. „Es geht nicht um eine Strafe, sondern um Fairness. Derzeit profitieren viele Betriebe von Fachkräften, die von anderen Unternehmen ausgebildet wurden. Das ist weder gerecht noch nachhaltig. Wer nicht ausbildet, muss sich künftig an den Kosten beteiligen. So schaffen wir mehr Gerechtigkeit für die engagierten Ausbildungsbetriebe und stärken gleichzeitig das duale Ausbildungssystem“, betont Binder.

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